Tänze im Balfolk

Übersicht

Vor vielen Generationen haben sich die unterschiedlichsten Arten von Tänzen entwickelt, die teilweise im Balfolk heute noch aktiv getanzt werden:

  • Paartänze, wie Walzer, Scottisch oder Mazurka
  • Kettentänze, wie An-Dro oder Branles
  • Paarwechseltänze, wie Fröhlicher Kreis
  • Gassentänze, wie Bourree
  • Einzeltänze, wie Carneval de Lantz oder Sept Sauts
  • Kreistänze, wie Rond de Landeda
  • Zwischenformen, wie Repasseado

In Summe gibt es eine unheimlich große Menge an Tänzen, die heute noch getanzt werden. Diese unterscheiden sich oft von Ort zu Ort und von Gruppe zu Gruppe.

Kettentänze

Kettentänze sind aus den traditionellen Kreistänzen hervorgegangen. Dabei wird der Kreis an einer Stelle geöffnet, sodass sich eine lange Kette bildet. Diese kann sich in Bögen und Schleifen über die Tanzfläche bewegen. Dadurch begegnet man während des Tanzes immer wieder neuen Menschen.

Die Tanzenden stehen Schulter an Schulter und sind über Hände, Arme oder kleine Finger miteinander verbunden – je nach Tanz unterschiedlich. Viele Kettentänze bestehen aus einfachen Schrittfolgen und können schon nach kurzer Zeit mitgetanzt werden. Deshalb eignen sie sich besonders gut für den Einstieg in den Balfolk.

Im Balfolk werden je nach Region und lokaler Tanzszene unterschiedliche Kettentänze gepflegt. In vielen Gruppen dominieren Kettentänze aus Westeuropa, die sich meist gegen den Uhrzeigersinn (nach links) bewegen. Andere Balfolk-Szenen haben dagegen ein stärkeres Repertoire an Tänzen aus Südosteuropa und dem östlichen Mittelmeerraum, die häufig im Uhrzeigersinn (nach rechts) getanzt werden. Dadurch kann sich das Repertoire von Tanzabend zu Tanzabend oder von Region zu Region deutlich unterscheiden.

Paarwechseltänze

Paarwechseltänze sind eine besondere Form der Paartänze. Sie bestehen aus einer festen Abfolge von Figuren und haben gemeinsam, dass während des Tanzes regelmäßig der Tanzpartner gewechselt wird.

Bei manchen Tänzen ergibt sich der Partnerwechsel ganz natürlich aus den Figuren, beispielsweise beim Fröhlichen Kreis oder der Maraîchine. Bei anderen ist der Wechsel ein eigener Bestandteil der Choreografie, wie etwa bei der Chapelloise.

Trotz der verschiedenen Figuren sind viele Paarwechseltänze leicht zu erlernen. Durch den regelmäßigen Partnerwechsel kommt man schnell mit vielen Menschen ins Tanzen und findet besonders als Anfänger leicht Anschluss an die Gruppe.

Paartänze

Paartänze an sich sind relativ jung. Zeitlich ganz grob sind diese erstmalig im 15. Jahrhundert dokumentiert und entwickelten sich dann langsam zu den heute bekannten Formen. Traditionell wurde als Paar ein Mann und eine Frau bezeichnet, wobei der Mann die Führung im Paar innehatte und die Frau folgen sollte.

Im modernen Balfolk wird diese traditionelle Rollenverteilung bewusst offen gehandhabt. Die Rollen „führen“ und „folgen“ sind nicht an ein Geschlecht gebunden. Jedes Tanzpaar entscheidet selbst, wer welche Rolle übernimmt.

Der Walzer ist der Tanz, den die Meisten noch aus dem Standardtanz kennen. Im Balfolk ist der Walzer deutlich weniger an Regeln gebunden, so sind Drehungen nicht nur mit 90° oder 180° möglich, sondern jede beliebige Drehung ist möglich. Neben dem bekannten Walzer im 3/4-Takt sind ungerade Walzer beliebt, die im 5/4, 8/4, 11/4-Takt oder noch komplexer getanzt werden.

Daneben sind Scottish und Mazurka beliebte Paartänze im Balfolk.

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