Tänze im Balfolk

Übersicht

Vor vielen Generationen haben sich die unterschiedlichsten Arten von Tänzen entwickelt, die teilweise im Balfolk heute noch aktiv getanzt werden:

  • Paartänze, wie Walzer, Scottisch oder Mazurka
  • Kettentänze, wie An-Dro oder Branles
  • Paarwechseltänze, wie Fröhlicher Kreis
  • Gassentänze, wie Bourree
  • Einzeltänze, wie Carneval de Lantz oder Sept Sauts
  • Kreistänze, wie Rond de Landeda
  • Zwischenformen, wie Repasseado

In Summe gibt es eine unheimlich große Menge an Tänzen, die heute noch getanzt werden. Diese unterscheiden sich oft von Ort zu Ort und von Gruppe zu Gruppe.

Kettentänze

Aus den ursprünglichen Kreistänze haben sich die Kettentänze entwickelt, indem an einer Stelle der Kreis geöffnet wurde. Dadurch ermöglichen sich mäanderförmige Bewegungen auf der Tanzfläche, wo man immer wieder neue Gesichter sieht.

Zur Kette stellen sich die Tanzenden Schulter an Schulter auf. Der Kontakt über Hand, Arm oder Finger hängt vom Tanz ab. Viele Kettentänze sind relativ einfach, so dass Neulinge diese schnell erlernen können. Teilweise direkt auf der Tanzfläche, ohne separaten Kurs.

Im Balfolk sind die westeuropäischen Kettentänze verbreitet, die nach links getanzt werden. Im osteuropäischen/israelischen/muslimischen Kulturkreis sind Kettentänze verbreitet, die nach rechts getanzt werden. Diese sind in der Regel selten, wobei es Balfolk-Gruppen gibt, die durchaus ein Repertoire an Kettentänze haben, die nach rechts getanzt werden.

Paarwechseltänze

Eine Sonderform sind die Paarwechseltänze. Sie haben eine festgelegte Choreographie aus verschiedenen Figuren. Bei einzelnen Tänzen ergibt sich der Wechsel der Tanzpartner organisch aus den Figuren, wie beim Fröhlichen Kreis oder der Maraichine. Bei anderen Paarwechseltänze gibt es eine explizite Figur, um den Partner zu wechseln, wie bei der Chapeloise.

Trotz der vielen Figuren sind Paarwechseltänze oft leicht erlernbar und ermöglichen es Neulingen, schnell Anschluss in der Gruppe zu finden.

Paartänze

Paartänze an sich sind relativ jung. Zeitlich ganz grob sind diese erstmalig im 15. Jahrhundert dokumentiert und entwickelten sich dann langsam zu den heute bekannten Formen. Traditionell wurde als Paar ein Mann und eine Frau bezeichnet, wobei der Mann die Führung im Paar innehatte und die Frau folgen sollte.

Dies hat sich im Balfolk in den letzten Jahrzehnten aufgeweicht. Paare können auch aus gleichgeschlechtlichen Paaren bestehen. Bei gegengeschlechtlichen Paaren muss die Führung nicht mehr beim Mann liegen, auch die Frau darf führen.

Der Walzer ist der Tanz, den die Meisten noch aus dem Standardtanz kennen. Im Balfolk ist der Walzer deutlich weniger an Regeln gebunden, so sind Drehungen nicht nur mit 90° oder 180° möglich, sondern jede beliebige Drehung ist möglich. Neben dem bekannten Walzer im 3/4-Takt sind ungerade Walzer beliebt, die im 5/4, 8/4, 11/4-Takt oder noch komplexer getanzt werden.

Daneben sind Scottish und Mazurka beliebte Paartänze im Balfolk.

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